Einkommen 2024 der Urner Landwirtschaft stabil, bleibt weiterhin deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt
Die AGRO-Treuhand Uri, Nid- und Obwalden GmbH hat wiederum eine Statistik über die Urner Landwirtschaft erstellt. Diese wurde anlässlich des Lageberichts, der vom Bauernverband Uri jährlich organisierte Anlass mit den bäuerlichen Organisationen, Landräten sowie den nationalen Parlamentariern am Donnerstagabend 27. November 2025 im Bielenhof in Erstfeld vorgestellt.
Das landwirtschaftliche Einkommen der ausgewerteten Buchhaltungen für 2024 hat gegenüber dem Vorjahr um 2.7% oder um CHF 1'158 zugenommen. Im Durchschnitt beträgt das Einkommen CHF 43’530. Das ist deutlich unter den Vergleichswerten der Bergbetriebe aus der ganzen Schweiz. Diese verdienten im 2024 CHF 61’735. Das landwirtschaftliche Einkommen der Urner Landwirtschaft stagniert über die letzten fünf Jahre auf tiefem Niveau, mit einer leichten Erholung im Jahr 2022. Für die Auswertung standen Zahlen von 103 Betrieben zur Verfügung. Das sind rund 20 % von allen Urner Landwirtschaftsbetrieben.
Innerhalb vom Kanton Uri besteht eine deutliche Differenz zwischen der Hügelregion (Talboden) und der Bergregion. Die landwirtschaftlichen Einkommen in der Hügelregion sind deutlich höher als in der Bergregion. Auch gibt es von den wirtschaftlich schlechteren zu den besten Betrieben sehr grosse Unterschiede. So kann es gut sein, dass ein kleiner Betrieb unter 10 Hektaren das bessere Einkommen ausweist als ein Betrieb mit über 20 Hektaren.
Die Gründe für das Ergebnis sind vielfältig. Auf der Ertragsseite sind die Preise stabil geblieben. Der Milchpreis, aber auch die Preise für Nutz- oder Schlachtvieh verharrten auf dem Vorjahresniveau. Höhere Gesamterträge können mit einer höheren Produktion, welche jedoch meistens nur durch eine Betriebsvergrösserung erreicht werden kann, oder über die Direktvermarktung erzielt werden. Die Direktzahlungen bei den ausgewerteten Betrieben sind leicht gestiegen, bedingt durch die Betriebsvergrösserungen.
Die Kosten für die Infrastrukturen sind deutlich gestiegen. Die grössten Kosten fallen bei Maschinen und Gebäuden an. Bei diesen Kosten entfällt ein grosser Anteil auf die Abschreibungen. Ein konsequentes Kostenmanagement bleibt auch in Zukunft für die Landwirte wichtig. Bei den Strukturkosten ist in allen Bereichen ein Anstieg festzustellen, vor allem bedingt durch die Teuerung, aber auch durch die grösseren Betriebe. Im Durchschnitt über die ausgewerteten Betriebe betragen die Strukturkosten mehr als CHF 101'800.
Kleinere Betriebe unter 10 Hektaren landw. Nutzfläche weisen deutlich höhere Kosten je Hektare auf. Die Statistik zeigt allerdings auf, dass der Grösseneffekt mit zunehmender Fläche abflacht. Dies ist der Fall, wenn wegen der Mehrfläche in den Stall oder in zusätzliche Maschinen investiert werden muss und so über die Abschreibungen die Infrastrukturkosten erhöht werden. Das Nebeneinkommen der ausgewerteten Betriebe ist minimal höher als im Vorjahr und beträgt durchschnittlich CHF 24'600. Insgesamt ist das durchschnittliche Gesamteinkommen von CHF 66'860 im Jahr 2023 auf CHF 68'099 im 2024 gestiegen. Es ist zu beachten, dass dieses Einkommen das Familieneinkommen ist. Es wird vom Betriebsleiter/der Betriebsleiterin und dem Ehepartner/ der Ehepartnerin erwirtschaftet.
Zum Vergleich: Das Gesamteinkommen der Bergregion ganze Schweiz hat um rund CHF 2'900 zugenommen und beträgt total CHF 94’987.
Der Privatverbrauch der Bauernfamilien ist gegenüber dem Vorjahr wegen den höheren Lebenshaltungskosten leicht angestiegen, was unter dem Strich zu einer Eigenkapitalbildung von CHF 10’200 führt. Es zeigt sich, dass die Urner Bauernfamilien im Durchschnitt die Einnahmen und Ausgaben über das Gesamtunternehmen im Griff haben.
Der Erfolg eines landwirtschaftlichen Betriebes hängt von zahlreichen Einflussgrössen ab. Entsprechend gross sind die Herausforderungen und Ansprüche, die an Betriebsleiterinnen, Betriebsleiter sowie die gesamte Bauernfamilie gestellt werden.
Den kompletten Lagebericht können Sie hier herunterladen.
AGRO-Treuhand Uri, Nid- und Obwalden GmbH
Bauernverband Uri


