Alpfachtagung

Am Mittwoch 1. April fand im Schützenhaus in Altdorf die Urner Alpfachtagung mit rund 90 Teil-nehmern statt. Remo Aschwanden, Präsident der Urner Alpkommission begrüsste alle Gäste und Älpler ganz herzlich und führte durch den informativen und vielfältigen Anlass.

Edith Gisler präsentierte beim Rückblick den sehr beliebten Alpkäsewettbewerb mit rekordmässi-gen 33 Teilnehmern. Dieser fand im Tellpark statt, organisiert durch die Alpkommission des Bauern-verbandes sowie der Diplomierung im würdigen Rahmen des Alpkäsemarkts in Seedorf, der jeweils von der IG Alpkäse durchgeführt wird. Diese beiden Urner Alpkäse-Events haben ein gemeinsames Ziel, das Naturprodukt Alpkäse in der Region bestens zu präsentieren und zu bewerben. Edith Gisler sprach auch die geplanten Reglementsanpassungen für den Alpkäse-Wettbewerb 2026 an.

Termine für den Alpkäsewettbewerb 2026:

Freitag, 16.10.2026

09.00 - 11.00 Uhr

Alpkäseannahme an der Bauernschule, Seedorf

Samstag, 17.10.2026

10.00 - 15.00 Uhr

Alpkäsewettbewerb mit Publikumsdegustation im Tellpark, Schattdorf

 Samstag, 28.11.2026

 um 16.00 Uhr

Diplomierung des Alpkäsewettbewerbs am 20. Alpkäsemarkt in Seedorf

Die Alpkäseberaterin Hedy Gisler erläuterte zuerst die neue Bewertung der Fachjury des kommenden Alpkäsewettbewerbs, dieses Taxationsblatt werde dann auch dem Teilnehmer zugestellt. Dann schaute Hedy Gisler zurück auf den vergangenen Alpsommer mit 47 durchgeführten Alpberatungen und freut sich auf die kommende Alpsaison mit vielen Anmeldungen für die Käsereiberatung. Agroscope werde 2026 wieder eine Versuchsreihe zu gefriergetrockneten Kulturen machen, interessierte Alpkäser:innen können sich gerne bei ihr melden.

Res Zgraggen zeigte spannende Bilder zum Werdegang des beeindruckenden Käselagers der Ge-nossenschaft Urner Alpkäseproduzenten im Stollen von Ripshausen. Dessen Betrieb startete im Juli 2025 und war im Oktober mit 9`500 Käselaiben bereits zu 70% ausgelastet. Nebst Genossenschaf-tern dürfen auch Gäste ihren Käse ins moderne Käselager liefern, zudem können Führungen mit Apero gebucht werden.

Walti Muheim, Vorstandsmitglied des Bauernverbandes, ist seit 2025 neu als Vertreter im Schwei-zerischen Alpwirtschaftlichen Verband, SAV dabei, somit konnte eine 5-Jährige Lücke geschlossen werden. Dieser direkte Draht auf nationaler Ebene sei sehr wichtig für unseren Berg- und Alpkan-ton. Walti Muheim informierte über den im November 2025 neu gegründeten Verein «Lebendige Alpsaison». Seit 2023 gehöre die Alpsaison dem immateriellen UNESCO-Kulturerbe an. Dies sei wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für das kulturelle Selbstverständnis. Lebendi-ge, über Generationen weitergegebene Traditionen und Praktiken müssen durch geeignete Mass-nahmen geschützt und gefördert werden, denn diese vermitteln einer Gemeinschaft ein Gefühl der Identität und der Kontinuität. Die Alpsaison ist eine alte Tradition bestehend u.a. aus Weide-pflege, Wildheuen, Betruf, Alpauf- und Alpabzug sowie dem Käsen. Der neue Verein unter dem Lead von SAV ist Ansprechpartner, wichtiger Kommunikator für die Anerkennung dieses Kulturer-bes, begleitet und setzt Projekte um und arbeitet beim Staatenbericht mit. Ziele des Vereins sind, Berufsstolz zeigen, Absatz von Alpprodukten verbessern, Wertschätzung fördern, Bevölkerung sensibilisieren und die Zukunft der Alpsaison mitgestalten.

Hans Muheim vom Amt für Landwirtschaft erwähnte, dass Uri mit Christoph Bamert neu einen überkantonalen Koordinator für Herdenschutz habe. Ebenfalls informierte er über das neue Agrar-datensystem NikA und die Fachbewilligung Pflanzenschutz. Diese FaBe sei ab 2027 Pflicht, die Be-willigungen werden digital ausgestellt und sind fünf Jahre gültig. Die Sömmerungsviehzählung finde vom 17. August bis 7. September 2026 statt

Kurt Schuler Korporationspräsident informierte über aktuelle Themen und Entwicklungen der Kor-poration Uri. Dazu gehören die Überarbeitung des Schwendgeldes, Verpachtung von Heimkuhwei-den bei Unternutzung, die Alpkonzepte Gurtneller Alpen/Surenen-Äbnet, Vernehmlassung der Jagdrevision in enger Zusammenarbeit mit dem Bauernverband sowie die neue Herausforderung des Wildcampierens.

Zum Schluss informierte Remo Aschwanden über die hochansteckende Lumpy Skin Disease (LSD), aktuell gebe es keine Fälle in der Schweiz. Das BLV hat jedoch die Rinder-Sömmerung in Frankreich verboten, davon sind 260 Westschweizer Betriebe betroffen. Dadurch werden für 6`000 Rinder Sömmerungsplätze gesucht, auf zalp.ch ist eine Vermittlungsplattform aufgeschaltet. Remo be-dankte sich für das Erscheinen an der Alpfachtagung und den Referenten für ihre spannenden Bei-träge und wünscht im Namen der Alpkommission Uri allen einen schönen Alpsommer 2026.

 

Von links nach Rechts: Remo Aschwanden, Kurt Schuler, Res Zgraggen, Hans Muheim, Walti Muheim

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Bauernverbände, Obwalden,
Nidwalden und Uri
Beckenriederstrasse 34
6374 Buochs

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