info@nbv-obv-ubv.ch ::: Telefon 041 624 48 48

Agenda

Agro-News

Der Feed konnte nicht gefunden werden!

Einkommen der Urner Landwirtschaft: leicht unter Vorjahresniveau

Gesamtschweizerisch sind die Einkommen je Betrieb im Vergleich zum Vorjahr um 6.7 % gestiegen. Massgebend dafür ist die weitere Erholung des Schweinemarkts und die wegen der COVID-19-Pandemie ansteigende inländische Nachfrage nach Schweizer Lebensmitteln. Zudem wirkte sich die gute Witterung positiv auf die Erträge im Pflanzenbau aus. Im Mittel der Betriebe der gesamten Schweiz betrug das Einkommen CHF 79’200.-. 

Bei den Urner Landwirtschaftsbetrieben betrug das durchschnittliche Einkommen der ausgewerteten Betriebe CHF 38’893.-. Dies entspricht einer leichten Abnahme von 0.8 %. Die Gründe für die Abnahme sind vielfältig. Im Vergleich mit der gesamten Schweiz hat die Schweinehaltung, wie auch die gestiegene Nachfrage nach inländischen Lebensmitteln nur eine geringe Bedeutung. Auf der anderen Seite profitierten die Betriebe von stabilen Preisen bei der Milch und beim Zucht- und Nutzvieh sowie von guten Preisen beim Schlachtvieh.Coronabedingt ist jedoch der Absatz und auch die Preise für Kalbfleisch im ersten Halbjahr 2020 massiv gesunken.

Eindeutig ist, dass die Einkommen weiterhin deutlich unter dem schweizerischen Mittel liegen. Das durchschnittliche landwirtschaftliche Einkommen im Kanton Uri ist rund 32.2 % tiefer als das der Bergregion Schweiz. Im Gegensatz zur übrigen Schweiz stagniert das Einkommen in den letzten fünf Jahren auf tiefem Niveau.


Das Total der Leistungen hat gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Leicht höher waren die Leistungen aus den Direktzahlungen. Dies ist jedoch hauptsächlich begründet mit der Grösse der ausgewerteten Betriebe. Konstant sind die Leistungen aus der Tierhaltung. Auch die Direktkosten für die Tierhaltung und für den Pflanzenbau sind sehr konstant.

Pro Betrieb gerechnet sind die Strukturkosten der Urner Betriebe angestiegen. Die grössten Kosten fallen weiterhin bei den Maschinen und bei den Gebäuden an. Zu beachten ist, dass gegenüber dem Vorjahr rund CHF 2'200 höhere Abschreibungen gerechnet wurden. Würden die Abschreibungen genau gleich wie im Vorjahr gerechnet, so würde das landwirtschaftliche Einkommen um 4.9 % ansteigen.


Weiterhin sehr wichtig sind die Nebeneinkommen. Diese Nebeneinkommen haben auch im 2020 leicht zugenommen. Das Gesamteinkommen bewegt sich auf Vorjahresniveau. Dieser
Wert ist sehr ausgeglichen. Leicht erhöht hat sich der Privatverbrauch, was zu einer marginal tieferen Eigenkapitalbildung führt. 

Entsprechend der tieferen Eigenkapitalbildung ist auch der Anteil Betriebe mit einem Eigenkapitalverzehr leicht gestiegen um 0.4 % auf 23.5 %.

Als wichtiger Finanzierungswert dient der Cashflow. Der Cashflow der Betriebe in Uri ist gegenüber dem Vorjahr tiefer ausgefallen. Im Jahr 2020 hatten 7 % der ausgewerteten Betriebe einen negativen Cashflow. Betriebe mit einem negativen Cashflow haben mehr Geld ausgegeben, als sie eingenommen haben. Sie zehren von ihren Reserven.

Das landwirtschaftliche Einkommen 2020 der ausgewerteten Betriebe im Kanton Uri kann mit den Vorjahren nicht vollumfänglich verglichen werden, da die Auswahl der Betriebe jährlich leicht wechselt. Es zeigt aber eine klare Tendenz in der Entwicklung der Einkommen auf. Die Bandbreite der landwirtschaftlichen Einkommen von den wirtschaftlich schlechteren zu den besten Betrieben ist sehr gross. Während einzelne Betriebe erfolgreich produzieren, kämpfen andere um das Überleben ihres Betriebes. Eine Vielzahl von Faktoren entscheiden über den Erfolg eines Landwirtschaftsbetriebes und dementsprechend hoch sind die Anforderungen an die Bauernfamilien.

Der Lagebericht ist in drei Kapitel aufgeteilt. Im ersten Kapitel werden kurz die Grundzüge der landwirtschaftlichen Buchhaltung erklärt und die verwendeten Fachbegriffe und Abkürzungen erläutert. Das anschliessende Hauptkapitel befasst sich mit verschiedenen Fragen zur wirtschaftlichen Situation der Urner Landwirtschaft. Mit einfachen Grafiken und kurzen Kommentaren wird auf zentrale Fragen eingegangen. Der dritte Teil beinhaltet weitere Auswertungen in ausführlichen Tabellen.

Lagebericht 2020

AGRO-Treuhand Uri, Nid- und Obwalden GmbH

Bauernverband Uri